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Ahnenforschung Birgit Hüttebräucker

Sagen aus Herscheid und Umgebung

Der Knüppelhund von Dürhölten

Auf dem Hofe Dürhölten bei Herscheid spukte es in früherer Zeit. Dort starben alle kleinen Kinder, ehe sie ein Jahr alt waren. Man ließ den Teufelsbänner kommen, und er wachte in der Nacht mit dem Bauern und seiner Frau in dem Zimmer, wo das Kind in der Wiege lag. Zwischen 12 und 1 Uhr kam ein großer schwarzer Hund die Treppe herunter. Er hatte eine glühende Kette um den Hals, und seine Füße knarrten bei jedem Tritt. So ging er zur Wiege und legte sich auf das schlafende Kind. Nun wurde der Hund mit allerlei Beschwörungsformeln aus dem Hause verwiesen; aber nur bis zum äußersten Winkel der Besitzung gelang es, ihn zu vertreiben, und jedes Jahr darf er wieder einen Hahnenschritt dem Hause näher kommen. Das Kindersterben hörte auf. Nächtliche Wanderer jedoch wollen den Hund schon wieder  auf dem nach Herscheid führenden Wege gesehen haben.(Aus "Süderland")

Der Riese im Ebbe

Vor langer Zeit lebte in der Nähe von Herscheid, im Ebbe ein Riese. Eines Tages wusch er sich im Oesterbach die Hände. Die an ihnen haften gebliebenen Steine schlickerte er von sich. Sie blieben auf dem Kamme des Ebbe liegen und sind heute noch dort zu sehen.(Aus "Süderland")

Das  alte Bergwerk in der Höllmecke

Nach dem Jahre 1860 grub man in der Höllmecke nach Schwerspat. Das Bergwerk lag über der Langenwiese am linken Ufer der Höllmecke, die sich bei Schönebecke in die Ahe ergießt. Eine Mulde mit durchfließendem Wassergraben und altes Gemäuer zeigen noch heute die Stelle, wo das Wasserrad lief, welches das Wasser aus der Grube pumpte und den Förderkorb bewegte. Zur Abend- und Nachtzeit ging niemand gerne durch die Höllmecke; denn in der Nähe des Bergwerkes war es nicht geheuer. In der Nähe standen an der Bergseite der sumpfigen Langenwiese Erlenstümpfe, darin wohnten Eulen. Auch haben die Bewohner von Vosshelle oft in der Wiese Irrlichter gesehen. Wenn aber die Eulen schrieen, dauerte es nicht lange, und eine Leiche wurde durch die Höllmecke nach Herscheid gefahren. Als 1867 die Ahestraße von Altemühle bis Vogelsang und 1876 der übrige Teil gebaut wurde, fuhr der Totenwagen auf einem anderen Wege nach Herscheid.(Aus " 100 Jahre Schule Schönebecke")

Der verhexte Brunnen

In der Schönebecker Schule grub man vor langer Zeit im Keller nach Wasser. Plötzlich ließ der Boden nach, und der eiserne Bohrer versank in der Tiefe und ward nicht mehr gesehen. Die Leute aber waren bestürzt, in dem Glauben, der Boden sei verhext. Sie gaben das Werk auf und gruben außerhalb des Schulhauses einen neuen Brunnen; der besteht heute noch. Er ist mit großen Steinen bedeckt und befindet sich beim Eingang in den Schulgarten.(Aus " 100 Jahre Schule Schönebecke")

Der verprügelte Hexenmeister

Eine Magd, die in der Nähe von Herscheid diente, und tagsüber tüchtig auf dem Lande gearbeitet hatte, klagte abends über Marien (Alpdrücken). Der Hausherr bohrte zur Abhilfe in jeden Türpfosten ein Loch und legte Salz hineien. Wer nun zuerst ins Zimmer trat und etwas leihen wollte, galt als Hexenmeister und trug Schuld an dem Leiden der Kranken. Nicht lange darauf kam ein Mann, der in hiesiger Gegend der Hexerei bezichtigt wurde, und wollte etwas leihen. Er wurde mit Prügeln empfangen und musste schnell von dannen ziehen. (Aus " 100 Jahre Schule Schönebecke")

Die eingestürzte Grube am Silberg

Zu Silberg an der Verse liegt ein alter eingestürzter Grubenbau. Von diesem weiß die Sage folgendes zu berichten: Vorzeiten war diese Grube sehr ergiebig. Es wurden große Schätze an Blei und Silber daraus zu Tage gefördert. Als der Besitzer diese Schätze sah, wurde er ganz ausgelassen und übermütig wie ein Kind. Eines Tages sah man ihn zur Grube gehen. Unter dem einen Arme trug er ein großes Schwarzbrot, und unter dem anderen Arme hatte er ein großes Weißbrot.  Beide Brote rollte er in die Grube mit den Worten : " Düwel krich unsen Hiärguätt !"

Kaum waren die Brote auf der Sohle der Grube angelangt, da ertönte ein gewaltiger Donnerschlag. Die Grube stürzte zusammen und kein Bergmann war zu bewegen, das Werk des Schürfens in dieser Gegend von neuem zu beginnen. Alle fürchteten, die neue Grube würde ihnen über dem Kopfe zusammenschlagen.(Aus " 100 Jahre Schule Schönebecke")

Der Silberbaum im Silberg

In der Tiefe des Silbergs befindet sich ein riesengroßer Silberbaum mit ungeheueren Wurzeln, einem umfangreichen Stamme und dicken weit verzweigten Ästen, Zweigen und Zweiglein. Dieser gewaltige Silberschatz wird vom Volke der Silberzwerge unter ihrem Könige Silberich bewacht. In alter Zeit befand sich das Hollenloch auf der Spitze des Berges, nicht weit von der Stelle, wo jetzt der Handweiser steht. Diesem Loch entstiegen zuweilen die Zwerge und wurden von vorübergehenden Wanderern gesehen. Ihre Zipfelmützen waren mit silbernen Schellchen besetzt; ihre Röckchen, Westchen und Höschen waren überreich mit Silberzierat bedeckt; ihr Schühlein hatten silberne Schnällchen. Die Wanderer erzählten natürlich das, was sie gesehen hatten, und bald verbreitete sich eine Kunde von dem Silbereichtum des Silberges weit und breit. Eines Tages erschien eine Anzahl Menschen vor dem Hollenloch und begann einen Schacht zu schlagen. Die Zwerge gerieten mit ihrem Könige in furchtbare Aufregung und versuchten die Arbeit der Menschen zu hindern. Das gelang ihnen aber nicht. Als die Menschen nun den Stollen zu schlagen begannen, hielt König Silberich mit seinem Volke in einem unterirdischen Saale eine große Ratsversammlung ab. Ein kluger Zwerg riet, durch Bloßlegung der kleinsten Silberzweiglein die Menschen irrezuführen und sie zu veranlassen, den Stollen in falscher Richtung fortzutreiben. Das gelang den Zwergen vollkommen. Die Ausbeute an Silber war anfangs gering und wurde immer geringer, so dass die Menschen bald die Arbeit aufgaben. Mit großer Freude stellten die Zwerge fest, dass ihre Bemühungen von Erfolg gekrönt waren. Sie sitzen heute noch im Silberg und bewachen den großen Silberschatz. Aber durch Erfahrung gewitzigt, lassen sie sich nicht mehr in sichtbarer Gestalt sehen. Haben sie das Bedürfnis, ans Tageslicht zu kommen, so huschen sie mit Tarnkappe bedeckt durch die Gebüsche des Silbergs.(Aus " 100 Jahre Schule Schönebecke")

 Die Kartenspieler von Marlin

Am Kalkofen von Marlin ist ein Kreuzweg. Um Mitternacht kommt auf jedem der vier Wege eine geisterhafte Erscheinung heran. Nach kurzer Begrüßung setzen sie sich beim Kreuzpunkt nieder und beginnen ihr lautloses Kartenspiel. Wer zu dieser Zeit des Weges kommt, kann sie, falls er furchtlos ist, dort erblicken.(Aus " 100 Jahre Schule Schönebecke")

 

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Birgit Hüttebräucker 2003-2018